Das Herz deines Aquariums, der Aquariumfilter

von unserer Redakteurin Maren

Dein Becken steht jetzt schon ein Weilchen aber irgendwie hast du immer noch trübes Wasser im Aquarium? Dafür gibt es eine ganz einfache Lösung – den Einbau einer Filteranlage, sofern du noch keine hast. Solltest du bereits einen Aquariumfilter haben, kontrolliere, ob er regelmäßig gereinigt wird, oder ob Filtermedien beschädigt sind. Du könntest auch versuchen verschiedene Filtermedien zu nutzen und so milchiges Wasser in Zukunft vermeiden. In diesem Artikel erkläre ich dir, wie du das alles im Handumdrehen hinbekommst und für mehr Durchblick in deiner Unterwasserwelt sorgst. Solltest du noch fragen zu Wasserwerten haben, ist hier ein Beitrag, um dir zu helfen.

Was ist ein Filter? 

Es gibt verschiedene Formen von Filtertechnik, aber im Grunde ist es das Herz deines Aquariums. Der Filter sorgt für einen regulierten Wasserkreislauf in deinem Becken und dafür, das weder Schmutz noch Ausscheidungen deiner Fische die Wasserqualität beeinflussen.  

Ein Filter besteht prinzipiell immer aus zwei wichtigen Teilen. Einer Pumpe, die das Wasser aus dem Becken ansaugt und einer Filteranlage, in welcher das Wasser durch verschieden große Öffnungen geleitet und so gereinigt wird. In dem Filter befinden sich verschiedene Filtermedien, die Schwebstoffe und Abfallstoffe ausfiltern oder binden. Bestimmte Filtermedien können auch deine Wasserwerte beeinflussen und verbessern. Wie das geht und welches Medium dafür gut ist, erkläre ich dir hier. 

Was sind Filtermedien? 

Jeder Aquarium Filter kann – was sein Innenleben betrifft – anders aufgebaut werden angeht. Er kann nur ein Filtermedium enthalten oder auch mehrere. Es gibt die mechanischen Filter, die biologischen Filter und die chemischen Filter. Jede dieser drei Kategorien hat ihre Vorteile.

Aquarium mit FIlter
Klares Aquariumwasser durch Filteranlage

Biologische Filter 

Der biologische Filter ist essenziell für gesunde Wasserwerte und das Wachstum für positive Bakterienkulturen. Die Bakterien sorgen dafür, dass Ammonium und Nitrit in harmloseres Nitrat umgewandelt werden. Passiert dies nicht, kann es passieren, dass deine Flossenfreunde nach kurzer Zeit an Vergiftungserscheinungen leiden oder im schlimmsten Fall auch sterben. Aber warum ist der biologische Filter so gut für die Kulturen? Die Kulturen brauchen für den sogenannten Stickstoffkreislauf sehr viel Sauerstoff. Im biologischen Filter befindet sich eine größere Sauerstoffzone, da durch die gröberen Steine oder andere Materialien mehr Bewegung und dadurch besser durchströmte Zonen entstehen. Die Bakterien lassen sich auch an anderen Stellen im Aquarium nieder, aber der Filter hat die besten Voraussetzungen und gewährleistet damit eine funktionierende Kolonie. Meine Empfehlung, der Biofilterschwamm von Tetra. Die Oberfläche eignet sich für die Ansammlung einer Kolonie und die Schwämme sind sehr grob und filtern entsprechend größere Verschmutzungen, lassen sich aber auch gut auswaschen.

Chemischer Filter 

Mit dem Einsatz von einem chemischem Filter kann man seine Wasserwerte manipulieren. Fische und Pflanzen haben einen spezifischen Index (Unter Pflanzen und Fische haben wir es für euch aufgelistet), wie sie sich wohlfühlen. Ausschlaggebend sind unter anderem Aspekte wie Wasserhärte oder pH-Wert. Hat man zum Beispiel mit diesen zwei Werten Probleme, kann man bestimmte Aktivkohle als Filterinhalt verwenden um Wasserhärte und pH-Wert zu senken. Aktivkohle sollte aber nicht dauerhaft verwendet werden, da sie eine maximale Aufnahmekapazität besitzt. Eine Empfehlung, Aktivkohle Filter von Tetra. Es enthält 2 Säckchen mit Kohle, welche sich einfach in den Filter einsetzen lassen.

fischfakt – wie aus dem ff
"Der bisher älteste Fisch der bekannt war, wurde mit einem Alter von 65 Jahren gefunden..."

Ein anderes Beispiel für die Verwendung: In Kombination mit einem starken biologischen Filter und wenig Pflanzen im Becken, die das Nitrat verarbeiten ist es auch ratsam einen chemischen Filter zum Abbau von Phosphor und Nitrat zu verwenden. Es ist kein Muss aber zu viel der beiden Stoffe regt die Algenbildung stark an.  

Mechanische Filter 

Der mechanische Filter findet sich in jedem herkömmlichen Filtersystem. Es handelt sich meist um feinporige Materialien wie Watte, Fließ oder Schwämme. Die Porengröße ist wichtig, um den groben Schmutz und Schwebeteilchen aus dem Wasser zu ziehen. Aufgrund dieser Eigenschaft muss er aber auch mindestens einmal monatlich gereinigt werden. Der mechanische Filter sollte auch immer in Kombination mit anderen Filtermedien verwendet werden. So lässt sich ein Verstopfen der anderen Medien vermeiden, da der gröbste Schmutz bereits gefiltert ist. Eine Empfehlung, Filter Vließ von Tetra. Sie filtern aber drosseln die Leistung des Filters nicht, da das Wasser immer noch ziemlich gut fließen kann. Das Produkt ist etwas teurer, da nur 2 Vliese in der Lieferung sind, aber sie lassen sich einmal säubern und erneut verwenden.

Jetzt weißt du, dass es verschiedene Filtermedien gibt, die verwendet werden können. Aber es gibt auch verschiedene Filtertypen. Je nach Größe, Standort und Form deines Aquariums bietet sich ein Typ besser an als der andere.  

Der Innenfilter 

Der Innenfilter befindet sich innerhalb deines Aquariums. Er bietet einige Vorteile, gerade wenn außerhalb des Aquariums kein Platz ist oder man es auf einer offenen Fläche stehen hat, unter der man einen Außenfilter nicht verstecken kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass ein Innenfilter nicht nach außen auslaufen kann. Der gesamte Kreislauf spielt sich innerhalb des Aquariums ab und so können keine undichten Schläuche oder Dichtungen zu Chaos führen.  

Der Nachteil an einer Innenfilter Anlage ist die Optik und die Größe. Da sie im Aquarium angebracht werden muss, ist sie immer sichtbar und darf auch nur leicht kaschiert werden. Versucht man sie zu sehr über Hardscaping zu verstecken, kann es passieren, das man nur noch schwer zur Reinigung an sie dran kommt. Was die Größe angeht, bietet sich ein Außenfilter ab einem gewissen Volumen eher an. Die Faustregel ist mindestens 1,5L Filtervolumen auf 100L. Der Innenfilter muss mit der Aquariumsgröße mitwachsen und wird entsprechend schwerer zu verstecken und zu reinigen sein. Eine Empfehlung, der Innenfilter von Dennerle. Er eignet sich als Einsteigermodell für ein kleineres Becken, da er bereits mit eingesetzten Filtermedien kommt. Er ist nicht allzu laut.

Vorteil des Innenfilter, kompakt innerhalb des Becken

Der Außenfilter 

Der Außenfilter befindet sich außerhalb deines Aquariums, funktioniert aber genau wie ein Innenfilter. Wasser wird angesogen und über Schläuche zum Filter geleitet und von dort aus wieder sauber zurück ins Becken gegeben. Der Außenfilter bietet den Vorteil, dass er optisch nicht kaschiert werden muss, da er sich nicht direkt im Becken befindet. Er kann auch größer und mit mehreren Filtermaterialien beladen sein, ohne Platz im Aquarium wegzunehmen. Eine Empfehlung, der Tetra Aquarium Außenfilter. Der Filter hat eine 3 Jahre Garantie von Tetra und ist in der Anschaffung aber auch in der Technik günstiger (nicht billig) als andere Modelle. Er hat dadurch ein etwas höheres Risiko, aber funktioniert trotzdem was Preisleistung angeht sehr gut und ist kein direktes Loch im Geldbeutel, sofern man erst in das Hobby eingestiegen ist.

Der Außenfilter, unabhängig vom inneren des Beckens

Der Rucksack-Filter 

Der Rucksack Filter wird an die Außenseite des Aquariums geklemmt und verbindet dadurch die Vorteile des Innen- und Außenfilters. Der Filter bleibt Außen und nur die Technik ist im Aquarium, das bietet mehr Gestaltungsfreiheit. Der Nachteil ist jedoch, dass er nicht immer angebracht werden kann je nach Standort des Beckens und das diese Filterart meist laut plätschert. Eine Empfehlung, Dennerle Scaper’s Flow Hang-on Außenfilter. Er ist auch anfängerfreundlich, da der Aufbau nicht allzu schwer ist und er kostengünstige Versionen für kleinere Becken hat. Es gehen, jedoch die Meinungen zu Qualität auseinander, die meisten sind sehr zufrieden, doch in einzelnen Fällen, gibt es Beschwerden über Lautstärke.

Der Rucksackfilter vereint die Vorteile der andern Optionen

Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Tipps nun zu einer schöneren und klareren Sicht auf deine Flossenfreunde verhelfen. Solltest du noch Fragen zu Filtern haben oder immer noch nicht wissen, welchen du für dein Aquarium kaufen sollst, schreib uns gerne an und wir versuchen dir zu helfen. 

Quellen:

  • Schliewen, Ulrich, (G|U), 2021, Praxishandbuch Aquarium, 5. Auflage, München 
  • https://www.aquasabi.de/aquascaping-wiki_filterung_aquarium-filter

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